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BUSINESS WOMEN: Uta Raasch weiß, was Frauen anzieht

Dienstag, 12. Dezember 2017 in .
Uta Raasch©Beate Hansen (2)

Seit über 40 Jahren ist die Designerin Uta Raasch im Modebusiness. 1979 präsentierte sie ihre erste Kollektion in Berlin vor dem Brandenburger Tor, von Helmut Newton exklusiv für die Erstausgabe der VOGUE Deutschland fotografiert. Es folgten Designverträge mit Umberto Ginocchietti und Malgari und den BASLER Bekleidungswerken. Sie eröffnete UTA-RAASCH-Modegeschäfte auf Sylt, in Düsseldorf und in Hamburg. Gemeinsam mit Karl Lagerfeld und Vivian Westwood lehrte sie als Gastprofessorin am Royal College of Art in London. Sie kreierte die Linien Women und Home für das Versandhaus Heinrich Heine und für Peter Hahn die Linie UTA RAASCH Prêt à Porter. 2003 stieg sie im Otto Versand für den Bereich Woman`s Fashion ein. Ein Jahr später gründete sie die Design Manufaktur Morp GmbH. Heute hat sie einen Showroom und ein Couture Atelier in Düsseldorf. Herzen im Sturm erobert sie derzeit als Designerin mit ihrer vierten Strandfein-Kollektion beim Multichannel-Versandhändler QVC.


Interview:

Sie besuchten eine strenge Klosterschule in Essen. War Schminken dort verpönt?
Es war in der Tat nicht erwünscht. Mein erstes „Make-up“ war Penatencreme auf den Lippen. Mit 13 Jahren rührte ich mir Wimperntusche mit Wasser an, die mein Vater mit einem Waschlappen entfernte. Meine Mutter war eine sehr elegante Frau, hat für sich hin und wieder selbst geschneidert und mir ein Kleid für den Mittelball genäht. Als Jugendliche bewunderte ich die Models Twiggy und Jean Shrimpton sowie die Sängerin Françoise Hardy wegen ihres Looks und ihres Make-ups. Ich habe immer alle Trends mitgemacht, sowohl in der Mode, bei den Frisuren als auch beim Make-up mit schwarzen Augen und ganz hellen Lippen.

Und wie stehen Sie heute zum Make-up?
Beim Make-up bin ich eher zurückhaltend. Privat gehe ich auch gerne einmal nur mit Lipgloss und ein wenig Rouge los, weil ich zu meinem Gesicht und zu meinem Alter stehe.

Zu welchem Auftreten raten Sie Business-Frauen?
Das hängt natürlich ganz vom Business ab. Als Modedesignerin bin ich freier. Auch wenn eine Frau in der Kreativbranche arbeitet, hat sie mehr Spielräume als wenn sie für einen Finanzdienstleister oder bei einem Zahnarzt arbeitet. Ich plädiere immer für Mut zur Femininität im Büro. Was für mich vor allem bedeutet, sich nicht als Mann zu „verkleiden“.

Bei einer aktuellen Statista-Umfrage antworteten auf die Frage, welche Dinge im Leben ihnen außerordentlich wichtig und erstrebenswert sind, 25 Prozent der Frauen „gutes Aussehen“. Wie bekommt man im Business das Zusammenspiel von Outfit, Make-up und passender Frisur hin? Wieviel Zeit sollte Frau dafür morgens einplanen?
Wer gut aussieht, fühlt sich einfach besser. Dafür ist der Start in den Tag wichtig. Man spart Zeit, wenn man sich schon am Abend das Outfit zurechtlegt und eine Frisur wählt, für die man morgens die Zeit hat. Für ein Business Make-up würde ich zehn Minuten veranschlagen. Das A und O ist hier eine gute Grundierung, die Betonung der Augen- und Lippenpartie.

Worauf sollten Frauen achten, im Büro oder bei Meetings?
Nicht overdressed zu sein, also keine zu hohen Highheels, keine zu kurzen Röcke, keine zu tiefen Ausschnitte. Auch gepflegte Haare, eine guter Haarschnitt (auch ein Pferdeschwanz ist in Ordnung) und ein Make-up, das einen langen Arbeitstag übersteht, gehören unbedingt dazu.

Ab wann gehört ein Business-Outfit, Make-up und ein Styling in die Hände von Experten? Sollten sich Frauen da coachen lassen?
Auf jeden Fall. Eine individuelle Beratung wünscht sich jede Frau und für Frauen in Führungspositionen ist ein Coaching Pflicht und ein professionelles Styling zu wichtigen Anlässen die Kür.

Wie finden Business Women ihren eigenen Typ bei grauen, dunkelblauen Kostümen oder Hosenanzügen?
Durch schöne Blusen oder Shirts, gute Schnitte und Materialien. Und ruhig auch Kleider im Business tragen. Nehmen wir doch einmal unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihr würde ich durchaus auch einmal ein Kleid empfehlen mit einem Gehrock darüber, das streckt. Für meinen Geschmack kleidet sie sich zu maskulin.

Sie haben die Modewelt im Blick. Was hat sich bei der Business Beauty in den letzten Jahrzehnten verändert, was ist gerade Trend?
Es gibt heute Kleidung mit mehr Bewegungsfreiheit, die absolut bürotauglich ist, übrigens auch in meiner aktuellen Strandfein-Kollektion. Es schadet überhaupt nicht, die Chefetagen modisch etwas aufzulockern. Was sich aber in den Jahrzehnten nicht verändert hat: Ein Business-Outfit samt Frisur und Make-up sollte immer ein bisschen edel und je nach Business auch seriös wirken und den eigenen Typ unterstreichen.







UTA RAASCH
www.utaraaschcouture.com
Uta Raasch


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